Bildungspolitik in Skandinavien
Das skandinavische Schulsystem hat einen einfachen Aufbau: Es beginnt mit einer Vorschulzeit, die bereits die Grundzüge des spielerischen Lernens vermittelt. Anschließend werden vom ersten bis zum neunten Schuljahr alle Schüler gemeinsam unterrichtet. Am Ende dieser Zeit entscheidet sich, leistungsabhängig, welche Förderstufe empfehlenswert ist. Es folgen weitere zwei oder vier Jahre in der jeweils geeigneteren Schulform. Jeder Schule steht ein Schularzt und ein Schulpsychologe zur Verfügung.
In Finnland, gibt es außerdem einen Schlichter und einen Speziallehrer, der sich mit der Förderung der schwächeren Schüler beschäftigt. Die Schulzeit umfasst im Wesentlichen den ganzen Tag. Wobei am Vormittag der Unterricht und am Nachmittag Einzelfallförderungen und Freizeitprojekte überwiegen. Damit wird vor allem viel Wert auf die Individualität der Schüler gesetzt. Um an den Schulen selbst eine soziale Gleichberechtigung zu erreichen, sind Schulspeisungen und Schultransporte kostenfrei. Dies gilt auch für benötigte Lehrmittel.
Im skandinavischen Raum entwickeln die Schulen ein eigenes Unterrichtsprofil. Es gibt daher Schulen, die eine eher sprachliche Ausrichtung vorweisen und andere, die sich überwiegend wissenschaftlich orientieren. Der Leistungsstand der Schulen wird an Einrichtungen mit vergleichbarem Profil gemessen. Die Ergebnisse, der dazu notwendigen Tests, werden zwischen Wissenschaftlern und dem Lehrstuhl besprochen. Eine Stellungnahme dazu, sowie geplante Verbesserungen, werden veröffentlicht. So will man die Wirksamkeit der Maßnahmen kontrollieren und eine ständige Verbesserung herbeiführen.
Politische Einmischung in das Bildungssystem ist überwiegend auf die Verwaltung beschränkt. Den Schulen werden Budgets zur Verfügung gestellt, die sich nach der Größe der Schülerschaft richten und mit dieser auch sinken oder steigen können. Der Einsatz dieser Gelder wird über ein Schulmanagement gesteuert.